Samstag, 22. Mai 2010

Gruppenfieber, G + H

Gruppe G
Brasilien

Nordkorea

Portugal

Elfenbeinküste

Brasilien. Nach dem enttäuschenden Auftritt 2006 wollen sich die Mannen um Carlos Dunga rehabilitieren. Doch in der Südamerikagruppe zeigten di Brasilianer desöfteren Schwächen in der Offensive, erst im letzten Drittel der Quali drehten Kaka, Lucio, Luis Fabiano und Co. auf und sicherten sich doch noch den ersten Platz. Es wird interessant sein zu sehen ob die Mannschaft etwas vom recht defensiven, auf Konter aufbauenden und taktisch geprägten System Dungas abrücken und den beliebten Ballspektal bieten kann. Nicht ganz überraschend verzichtet der Trainer auf die Dienste des in die Jahre gekommenen Superstars Ronaldinho – für Fussballconnaisseurs zwar schade, aber nachvollziehbar.

Nordkorea. Eine der grossen Unbekannten der WM in Südafrika. Erst ein Mal, 1966 in England, konnten sich die Nordkoreaner für die Endrunde qualifizieren. Brisant waren die Duelle mit Erzfeind Südkorea in den beiden Qualifikationsrunden. In diesen 4 Spielen schossen die Nordkoreaner gerade mal 1 Tor. Und die Spiele waren allesamt sehr bieder und unattraktiv, denn Nordkorea baut auf recht antiquierten Zementfussball mit nur einer Sturmspitze.
In dieser Hammergruppe wird Nordkorea so gut wie keine Rolle, wohl nicht mal die des Spielverderbers, spielen.


Elfenbeinküste. Für mich (alleine schon personell) die klar stärkste Mannschaft Afrikas mit dem Torschützenkönig der Englischen Premier League, Didier Drogba, einem Mittelfeld mit Yaya Toure, Guy Demel und Keita sowie Kone von Meister Marseille im Angriff. Es wird interessant zu verfolgen sein wie der einstige England-Coach Sven-Göran Eriksson die Mannschaft in der schweren Gruppe G einstellen wird um gegen Brasilien und Portugal zu bestehen. Vermutlich wird die Defensive der Elfenbeinküste sehr gefordert sein und über diese schliesslich das Weiterkommen oder Ausscheiden geht.

Portugal. Was für eine Achterbahnfahrt haben die Portugiesen in der Quali zu überstehen gehabt, in der man sich quasi auf den letzten Drücker in die Barrage rettete (2 Siege gegen Bosnien), während Dauer-WM-Teilnehmer Schweden und die einige Zeit vor den Portugiesen klassierten Ungarn schliesslich das Nachsehen hatten. Enttäuschend verlief die EM, an der der viel gelobte aber nicht überall geliebte Cristiano Ronaldo beinahe in der Versenkung verschwand, ehe sein Grosstransfer zu Real Madrid und eine fantastische Saison ihn wieder auf die ganz grosse Fussballbühne hoben. Die verspielten Portugiesen brauchen einen guten Start in das Turnier und dann, wenn die Mannschaft als Mannschaft auftritt und ihre eigentlich starke Offensive umsetzen kann, ist einiges möglich.

Es qualifizieren sich
: Brasilien und Elfenbeinküste.




Gruppe H

Spanien
Schweiz
Honduras
Chile


Spanien. Lange ist die Fussballnation Spanien einem grossen Titel nachgerannt, 2008 hat es endlich geklappt. Und wie. Die Spanier haben fantastischen Fussball geboten und wurden der verdiente Europameister. Es folgte eine Serie von 10 Siegen und 28:5 Toren in der WM-Quali. Erst am Konföderationscup, dem Vorbereitungsturnier zur WM, wurde diese Serie von den USA gestoppt.
Bei vielen gilt Spanien als Topfavorit auf den Weltmeistertitel. Davor stehen allerdings mindestens 7 Spiele und das Verkraften eines möglichen Ausfalls oder verspäteten Ensatzes von Goalgetter Torres. Doch die Spanier sind auf allen Positionen fast doppelt besetzt, etwas was nur wenige Mannschaften für sich reklamieren können. Vieles wird auch von der Form Iker Casillas abhängen, der eine durchwachsene Saison 09/10 zu verzeichnen hatte.


Schweiz. Was für ein missglückter Start in die Qualifikation und welch ein Einstand für „Trainergott“ Ottmar Hitzfeld: 2:2 in Israel nach einer 0:2 Führung und dann der Hammer, 1:2 zu Hause gegen Luxemburg! Doch die Schweizer rappelten sich auf, holten gegen die Griechen 6 Punkte und qualifizierten sich als Gruppenerster direkt für Südafrika. Die Gruppe H ist allerdings keine leichte und die Schweizer müssen sich gegenüber ihren zuletzt gezeigten, recht mässigen Leistungen enorm steigern. Gegen Spanien hat man ürigens eine grausige Bilanz und noch nie gewinnen können. Alles dürfte wohl vom Spiel gegen Chile abhängen, ein schwerer Gegner. Verkraften muss die Schweiz auch den Ausfall von Frankfurt-Captain Spycher. Gespannt darf man auf die Leistung der - mit Ausnahme Derdiyoks - etwas „angegrauten“ Offensivabteilung sein.

Honduras. Nur knapp setzten sich die Mittelamerikaner gegen die höher einzustufenden Costa Ricaner durch. Am Schluss entschied das bessere Torverhältnis zu Gunsten von Honduras, das damit zum zweiten Mal nach 1982 an einer Endrunde teilnehmen kann. Das Team ist zweifelsohne das schwächste der Gruppe H, zudem muss es auf Goalgetter Carlos Costly, der wegen einer Verletzung ausfällt, verzichten. Vieles wird von Wilson Palacios und dem 37jährigen Stürmer Carlos Pavon abhängen.

Chile. Der zweite Platz in der Südamerikagruppe mit nur einem Punkt hinter Brasilien war ein grosser Erfolg und in Chile sind die Erwartungen für diese WM enorm, fast zu sehr gestiegen. Denboch sind die Chilenen eine alles andere als zu unterschätzende Truppe, die für ihre ausgesprochene Härte bekannt ist, aber auch über eine schlagkräftige Offensive (mit Sanchez, Matias Gonzales und Suazo) verfügt. Persönlich stufe ich Chile höher ein als die Schweiz und ich mache mir ein wenig Sorgen um eine Achtelfinalqualifikation der Eidgenossen.

Wer kommt weiter?
Spanien und... das Herz sagt Schweiz, der Kopf Chile.

5 Kommentare:

  1. Hallo Phil, Leser,

    Gruppe G - die Quoten sehen Portugal knapp vor der Elfenbeinküste. Hier könnten sich also noch deutliche Verschiebungen nach dem erstenSpieltag ergeben.
    Ich erwarte auch eine spannende Auseinandersetzungen in dem Spiel Portugal gegen die E-Küste.

    Gruss Arno

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  2. Gruppe H,

    Quote Chile 1.72
    Quote Schweiz 2.64 auf den Gruppensieg.

    Mit Herz und Geld setze ich auf die Schweiz.

    Arno

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  3. gruppe G:brasilien und portugal sagt da klar mein herz, gruppe H: spanien und logischerweise die schweiz, man muss daran glauben! guets nächtle, nadja

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  4. Moin Moin Phil
    Für die Schweiz ist das doch eine recht machbare Gruppe. Ich würde sagen es qualifizieren sich:
    1.Spanien
    2.Schweiz
    Chile
    Honduras
    Die Schweizer können doch Fussball spielen, nur mit der Torausbeute sieht es halt mau aus.
    Nur die deutschen müssen weiter kommen als die Schweizer. Wenn die Schweizer witerkommen als D regnet es in manchen von meinen Arbeitskolegen ihren Nasen.( in ermangelung ein Smilie geschrieben). Darfst mich auch das nächste mal verhauen.
    Gruss AWO

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  5. Hey AWO,

    jo, ich sehe die Gruppe als stärker an. Die Chilenen sind nicht zu unterschätzen, die sind wirklich stark, technisch sehr gut drauf und hinten knallhart. Da müssen die Schweizer ihren besten Fussball zeigen.
    Bei einem ungewohnt frühen Ausscheiden würde wohl ein Grossteil der Fussballschweiz die lange Nase machen... ;-)

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